Rückblick

06.06.2018

Ohne Wasser kein Dampf

Es war alles so schön geplant. Es sollte ein echter Langlauf werden. 400 (!) km pro Weg mit der fantastischen Schnellzugdampflok 01 519 der Eisenbahnfreunde Zollernbahn e. V. Es sollte ...

Auf dem Hinweg war ein größerer Wasserhalt in Bad Salzuflen vorgesehen. Während die örtlichen Stadtwerke sehr kooperativ, freundlich und hilfsbereit waren, hat sich die Feuerwehr ganz anders verhalten. Nach unzähligen Telefonaten wurde mir schließlich mitgeteilt, das " sie rechtlich keine Handhabe hätten", unser Vorhaben zu unterstützen.
Daraufhin beschlossen wir einen Wasserwagen (Kesselwagen ET) mitzuführen, was aber schließlich an einer zu geringen Höchstgeschwindigkeit des Güterwagens scheiterte.
Am Donnerstagabend um 21:00 Uhr stand dann fest, dass wir auf dem Abschnitt Münster - Minden mit einer alten Diesellok fahren würden. Jetzt mussten von Seiten DB-Netz noch die Fahrpläne angepasst werden, da der Wasserhalt in Bad Salzufflen gestrichen wurde und wir dafür einen längeren Halt zum Wechseln der Lokomotiven in Minden haben mussten. Zudem mussten kurzfristig 80 Fahrgäste in Herford informiert werden, da dort die Abfahrtzeit um 40 Minuten vorverlegt wurden.

Natürlich waren unsere Fahrgäste zunächst enttäuscht, hatten sie doch damit gerechnet, auf der ganzen Distanz eine Schnellzugdampflok vor dem Zug zu haben. Als dann aber in Minden die schöne Diesellok (218 155) den Zug verließ und die riesige Schnellzugdampflok sich vor die Wagen setzte, grinsten alle wieder um die Wette.

Der "Dampflokteil" war dann große Klasse. Häufig waren wir sogar "vor Plan" unterwegs. Die Dampflok lief wieder einmal wie ein Schweizer Uhrwerk.

Das war umso bewundernswerter, weil in der Woche vor der Fahrt die Lok noch aufwendig repariert werden musste. Das Hauptstangenlager musste erneuert werden. So bauten die aus dem Schwarzwald angereisten Lokmänner am Montag das Lager aus. Am Dienstag wurde es per Mietlieferwagen nach Krefeld gebracht (EWK - Thomas Huhn) wo in Windeseile ein neues Lager gegossen wurde. Am Mittwoch wurde das Lager wieder eingebaut und am Donnerstag eine erfolgreiche Probefahrt durchgeführt.

Das war große Klasse und ein toller Einsatz!

Wir erreichten Hamburg Hbf pünktlich. Zahlreiche Fahrgäste ließen es sich nicht nehmen, die Lokmannschaft mit viel Applaus zu verabschieden.

Der Rückweg wurde mit leichter Verspätung (5 Minuten) angetreten, da sich noch irgendwo "Personen im Gleis" befanden. Dennoch gelang es der Lokmannschaft "10 Minuten vor Plan" Minden zu erreichen! Hier mussten wir erst einmal im Güterbahnhof warten, bis ein Bahnsteiggleis frei wurde.

Während im Barwagen kräftig gefeiert wurde, fand wieder der Lokwechsel statt.

Weiter ging es mit der 47 Jahre alten Diesellok 218 155 in Richtung Heimat. Da der für den Rückweg in Lippstadt vorgesehene Wasserhalt entfallen konnte, erreichten wir Münster rund 45 Minuten früher als mit der Dampflok geplant.

Damit endete unsere 199., turbulente Fahrt.

Wir Westfalendampferinnen- und Dampfer waren fix und fertig, aber die Mühen hatten sich gelohnt.

Das war der 4. Streich ...

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Fahrgästen für die Teilnahme.

Herzlichen Dank auch an die Eisenbahnfreunde Zollernbahn e. V. und die NeSA für die wieder einmal perfekte und unbürokratische Zusammenarbeit.

Herzlichen Dank an die DB-Netz Fahrplanbüros in Duisburg und Hannover für die vielen kurzfristigen Änderungen und für die Geduld mit uns. Klasse!

Vielen Dank an die Eisenbahnwerkstätten Krefeld um Thomas Huhn für die kurzfristige und perfekte Reparatur des Hauptkuppellagers.

Et is noch mal jut jejangen ... :-)

Wie die Fahrt bei unseren Gästen ankam, entnehmen Sie bitte unserem Gästebuch.


Impressionen

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